Klinsmann für Trapattoni?
Salzburg – Sind die Tage des Maestro in der Mozart-Stadt bereits gezählt?
Giovanni Trapattoni hat offiziell Urlaub.
Der Coach des österreichischen Meisters Red Bull Salzburg erholt sich zu Hause in Mailand.
Unterdessen sorgt sich die Stadt um den Vorzeigeklub – und diskutiert ganz offen über den Rauswurf des Italieners.
Absturz des Meisters
Nach dem Ausscheiden aus Champions League und Uefa-Cup hat der 68-Jährige kaum noch Argumente, zumal sein Team in der Liga nur auf Platz fünf rangiert.
Die Länderspielpause will Klub-Chef Dietrich Mateschitz zu einer Krisensitzung nutzen, sobald “Trap” aus Italien zurück ist.
Der Trainer muss sich stellen
“Da wird auch der Trainer hart angeredet”, verspricht Sportdirektor Heinz Hochhauser.
Trapattoni müsse jetzt “Lösungen bieten. In der Verfassung haben wir keine Chance, Meister zu werden. Nicht einmal unser Minimalziel Herbstmeisterschaft können wir noch schaffen”.
Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Austria Wien. Beim 1:4 am vergangenen Wochenende in Linz forderten die Fans den Kopf des Trainers.
Zeitungen empfehlen “Trap” den Rücktritt
Und bei der kritischen Presse hat Trapattoni ohnehin jeglichen Kredit verspielt.
Laut “Salzburger Nachrichten” ist der Klub “am Tiefpunkt seiner noch jungen Geschichte” angelangt. Es sei daher “der beste Zeitpunkt, um zurückzutreten”.
Klubboss will Klinsmann
Das “Sportmagazin” will “aus exklusiver Quelle” erfahren haben, dass Dosengigant Mateschitz Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann als “Trap”-Nachfolger holen will.
Den früheren Coach von Bayern München und dem VfB Stuttgart verspottet das Blatt in seiner Oktober-Ausgabe als “pensionsreifes Auslaufmodell”, das “Catenaccio zum Erbrechen” spielen lasse.
Team spielt zu defensiv
Auch im Team rumort es. “So geht es nicht mehr weiter. Wir stehen nur noch hinten und versuchen erst gar nicht, ein Tor zu schießen”, klagt der verletzte Ex-Nationalspieler Alexander Zickler.
Der Hauptvorwurf an Trapattoni ist der gleiche wie schon in seiner Zeit in Deutschland: Die Fans wollen für die 60 Millionen Euro, die Brausemilliardär Mateschitz jährlich in den Klub pumpt, Spektakel sehen.
Doch “Trap” bietet Angsthasenfußball mit drei defensiven Mittelfeldspielern und nur einer Spitze.
Schon Matthäus musste gehen
Daran ist schon Lothar Matthäus verzweifelt. Dessen Bemühungen, dem Chef mehr Mut einzureden, endeten mit dem Rauswurf des Rekordnationalspielers.
Seitdem hat sich nichts gebessert – im Gegenteil. In der Liga rutschten die Bullen ab, auch weil die ultradefensive Spielweise in Auswärtsspielen noch keinen Sieg brachte.
Und nach dem Aus in der Königsklasse gegen Schachtjor Donezk (1:0/1:3) scheiterte Salzburg auch in der ersten Runde des Uefa-Cups an AEK Athen (0:3/1:0).
Trap glaubt noch an den Titel
Doch Trapattoni übt sich in Durchhalteparolen. “Der Rückstand ist aufzuholen. Mit der richtigen Einstellung kann diese Mannschaft noch Meister werden”, sagt er.
Ob er zurücktritt? “Nein. Ich habe noch immer Spaß.”
Manager Hochhauser meint, es müsse nun “etwas Entscheidendes geschehen”, Trapattoni stehe jedoch “nicht zur Debatte”.
Rausschmiss eine Frage der Zeit?
Dass die Tage des einstigen Erfolgscoaches aber gezählt sein könnten, lässt eine Aussage vom Boss vermuten.
Trapattoni bleibe so lange Trainer, “bis es eine signifikant bessere Lösung” gebe, sagt Mateschitz, der einen Mann von Weltruf herbeisehnt, der dem Klub Glanz, Glamour und eine frische Philosophie bringt.
Herr Klinsmann, übernehmen Sie!
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